Mehr Wohnraum schaffen

Veröffentlicht am 10.07.2016 in Kommunalpolitik

Uns fehlt Wohnraum. Die Gemeinde selbst hat keine Bauplätze mehr zu verkaufen und auch sonst kommen nur sehr sporadisch Objekte auf den Markt. Jeder von uns kennt Geschichten von Merdingern, die wegziehen mussten, weil sie im eigenen Dorf nichts gefunden haben. Keinen Bauplatz, keine Kaufimmobilie oder auch kein Mietobjekt. Weder in klein noch in groß, weder hochwertig noch einfach, weder neu noch renovierungsbedürftig.

Gleichzeitig stehen viele Häuser leer und es gibt eine große Zahl unbebauter Bauplätze. Die Zahl vierzig steht hier im Raum und das ist zusammengenommen ein sehr ordentliches Neubaugebiet.

Weil dem so ist, ist es schwer für die Gemeinde auch nur ein kleines Neubaugebiet auszuweisen, denn ob der großen Zahl an vorhandenen Bauplätzen wird der eigentliche Bedarf angezweifelt. Mit einigem Recht, denn warum soll Landschaft zugebaut werden, wenn noch genug Platz da ist?

Platz allerdings, der sorgsam gehütet wird. Für die Enkel, von Leuten, die selbst schon die Enkel waren, für die der Platz bestimmt war.

Es ist ja nachvollziehbar: Im Moment ist der Verkauf eines Grundstückes nicht attraktiv, denn die Wertsteigerung des Grundstücks liegt wohl über jedem Zins, den man derzeit für Erspartes bekommen kann.

Andererseits gilt nach wie vor die Tatsache, dass Eigentum verpflichtet. Dieser Verpflichtung kann entsprochen werden: Der Niedrigzins ist gut für Bauen und/oder Renovieren und wenn man schon selbst nicht einziehen will, dann lassen sich Wohnungen derzeit auch sehr gut vermieten.

Die Gemeinde sind zwar weitgehend die Hände gebunden, aber ein paar Aktionsspielräume haben wir schon:

Wir können an die Haus- und Grundstücksbesitzer appellieren und die Finger in die Wunde legen. Wir haben auch schon einen Plan der leerstehenden Gebäude und unbebauten Grundstücke im Dorf und können Wohnraumsuchende, die sich an die Gemeinde wenden, zu den Eigentümern schicken. Wir könnten und sollten auch eine Liste der Interessenten haben und darüber berichten und – das wäre die ultima ratio – wir können an der Grundsteuer für diese Leerstände drehen und so Anreize im Geldbeutel setzen.

Der vielleicht größte Hebel der Gemeinde sind die Bebauungspläne. Die sind nicht in Stein gemeißelt, die können geändert werden. Die Stadt Endingen hat vor kurzem mit dem Ziel einer einfacheren Nachverdichtung sogar darüber nachgedacht, Bebauungspläne aufzuheben. So weit wollen wir nicht gehen, aber eine vorsichtige Aktualisierung wäre schon denkbar und das gilt auch für die Ortsbausatzung im Kerndorf.

In jedem Fall ist für uns klar: Ein Neubaugebiet geht nur mit Baupflicht. Zum Beispiel, in dem wir darauf achten, dass vorher alle Grundstücke der Gemeinde gehören.

Denn es kann einfach nicht sein, dass unsere Töchter und Söhne wegziehen müssen, weil die Grundstücke für Enkel reserviert sind.

Elke Menner, Reiner Hug, Oswald Prucker

 

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