Wasserversorgung: Das Angebot der badenova

Veröffentlicht am 02.11.2012 in Kommunalpolitik
Oswald Prucker

Nun ist es bereits mehrere Wochen her, dass das Thema Wasserversorgung wieder im Gemeinderat behandelt wurde und leider kam ich bislang nicht dazu über die Neuigkeiten zu berichten. Das ist auch nicht schlimm, denn so schnell wird sich nichts ändern. Aus gutem Grund und den können wir nicht beeinflussen.

Vorne weg: Es gab nichts zu entscheiden in dieser Sache, denn es ging nur darum, wie sich die badenova die Versorgung Merdingens vorstellen könnte und welche Kosten in diesem Falle auf uns zu kämen. Eine Informationsveranstaltung also, die auf dem aufbaut, was bereits 2011 diskutiert wurde: bitte hier nachlesen.

Was in gewisser Weise neu hinzu kam war die Möglichkeit einer Stichleitung von Opfingen über Merdingen nach Gündlingen und Breisach. Von Gündlingen aus könnte dann noch ein Stich nach Ihringen gezogen werden. Diese Option ist vor allem für Breisach sehr interessant, da dort der Salzgehalt im Trinkwasser mehr und mehr zum Problem wird.

Die Einbeziehung der Partnergemeinden der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft ist aber auch für uns extrem interessant und das aus drei Gründen:

1. Die Kosten für die Anschlussleitung nach Opfingen sinken, da sie natürlich auf alle angeschlossenen Gemeinden gemäß ihrer Größe verteilt werden. Da sind wir halt die kleinste Truppe und wir kämen so deutlich günstiger weg, als wenn wir das alleine stemmen müssten: Die Schätzung der badenova liegt bei 320.000 Euro im Vergleich zu den 575.000 Euro, die wir im Alleingang für die Leitung berappeln müssten.

2. Die Versorgungssicherheit würde steigen. Wie bereits berichtet ist der Merdinger Hochbehälter zu klein, wenn man keine zweite Versorgung gewährleisten kann. Das war das Hauptargument für die Alternative 3 der Planungen von 2011, nach der dies über eine Kombination aus eigener Versorgung und badenova-Wasser gesichert werden sollte. Das wäre billiger als eine Beckenerweiterung (in welcher Form auch immer). Dieses Argument fällt nun weg, denn die Notversorgung kann von Breisach her erfolgen. Es ist zwar keine Ringleitung geplant, aber versorgt werden kann auch von Breisacher Seite her, wenn dort noch ein Notbrunnen vorgehalten wird. Das ist anzunehmen.

3. Die Wasserqualität ist auch ein Kostenargument. Zunächst ist es natürlich einfach nur angenehm, weicheres Wasser zu haben. Andererseits ist das für viele auch finanziell attraktiv. Die Enthärtung unseres Wassers im eigenen Keller ist nämlich alles andere als günstig. Dafür werden pro Kubikmeter 1 - 1,50 Euro fällig. Wenn das durch eine Versorgung mit dem deutlich weicheren Hausener Wasser wegfällt, dann ist die damit verbundene Erhöhung des Wasserpreises um 50 Cent (+/- ein bisschen was) sogar überkompensiert.

Unter diesen Gesichtspunkten ist es nur noch schwer zu vermitteln, warum wir eine eigene Wasserversorgung überhaupt aufrecht erhalten sollen. Finanzielle Gründe gibt es nicht mehr wirklich. Politische vielleicht, denn wir verlieren damit halt wieder ein Stück Selbständigkeit. Ist das schlimm? Fahren wir schlecht mit einer externen Stromversorgung? Stört es uns, dass wir unser Abwasser nicht mehr selbst klären? Nicht wirklich.

Warum legen wir also nicht gleich los? Weil wir Breisach für diese Sache brauchen. Nur im Verbund ist diese Sache zu realisieren. Breisach hofft aber auf Zuschüsse vom Land, denn die Salzwassermisere ist schließlich nicht von der Stadt am Rhein verursacht. Hier finden derzeit Gespräche statt und Anträge sind zu stellen, zu prüfen und zu entscheiden. Das braucht Zeit und die müssen wir nun unseren Partnern lassen.

Zeit ist gut, denn die können auch wir hier zur Diskussion nutzen. Ich bin nach dem Stand der Dinge für einen Anschluss an die badenova und die Aufgabe des Brunnens am Schachenwald. Welche andere Meinungen dazu gibt es? Gerne in die Kommentare und wer nicht so gerne schreibt, der darf mich sehr gerne anrufen oder im Dorf ansprechen.

 

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