Hände weg vom Wasser

Veröffentlicht am 24.01.2013 in Europa
Oswald Prucker

Ich fasse es nicht: Die Bundesregierung strebt über die EU die Liberalisierung des Wassermarktes an. Weil das ja beim Strom so überzeugend geklappt hat, oder was? Tatsächlich scheffeln wenige Großkonzerne Millarden. Das darf beim Wasser nicht passieren.

Es macht mich wirklich wütend. Wir machen uns gerade im Gemeinderat auf, die Wasserversorgung neu zu regeln und einen Kompromiss aus Wasserqualität, Preis und Nachhaltigkeit hinzubekommen (siehe hier und hier) und dürfen nun lernen, dass die Bundesregierung und Teile des EU-Parlaments dieses öffentlich Gut den Großkonzernen ausliefern wollen.

Mir fehlen die Worte und deshal b danke ich unserem Europaabgeordneten Peter Simon aus ganzem Herzen, wenn er gegen diese Pläne kämpft und die Bürgerinitiative "Wasser ist ein Menschenrecht" empfiehlt. Ich habe mich dieser Initiative durch Zeichnen ihrer Resolution unter www.right2water.eu/de (keine Sorge, ist alles auf Deutsch) angeschlossen und bitte alle Leser sehr eindringlich, dies auch zu tun.

Oswald Prucker

Hier der Aufruf vom Peter Simon im Wortlaut:

"Hände weg vom Wasser - Wasser ist ein öffentliches Gut und keine beliebige Handelsware! Unterstützt den Kampf um das Wasser und unterschreibt die Bürgerinitiative "Wasser ist ein Menschenrecht" auf www.right2water.eu/de

Vielleicht hat der eine oder die andere von Euch in den letzten Tagen aus den Medien, z. B. in der gestrigen Ausgabe der ZDF-Sendung "Neues aus der Anstalt" davon gehört, dass aktuell viele durch sich abzeichnende europäische Gesetzgebung die Gefahr sehen, dass die kommunale Wasserversorgung durch die Hintertür liberalisiert werden könnte.

Gegen diese Gesetzgebung habe ich mich bereits lange bevor der konkrete Gesetzesentwurf vorlag auf sämtlichen parlamentarischen Ebenen ohne Wenn und Aber ausgesprochen und deshalb versucht, diesen mit allen Kräften zu verhindern.

Den diesbezüglichen Richtlinienvorschlag über die Konzessionsvergabe der Europäischen Kommission, der morgen im dafür zuständigen Binnenmarkt- und Verbraucherschutzausschuss des Europäischen Parlaments abgestimmt wird, habe ich von Beginn an abgelehnt. Deshalb habe ich auch einen entsprechenden Änderungsantrag zur Ablehnung sowohl im zuständigen Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz als auch im mitberatenden Regionalentwicklungsausschuss, in dem ich Mitglied bin, eingereicht. Für den Fall, dass die Ablehnung des EU-Kommissionsvorschlags im Europäischen Parlament nicht mehrheitsfähig sein sollte, hatte ich vorsorglich weitere Änderungsanträge eingereicht, die erstens hilfsweise die Wasserversorgung ausschließen, sowie zweitens grundsätzlich alle Dienstleistungen der Daseinsvorsorge vom Anwendungsbereich der Richtlinie ausschließen. Im Regionalentwicklungsausschuss war es mir gelungen, die Kolleginnen und Kollegen davon zu überzeugen, grundsätzlich alle Dienstleistungen der Daseinsvorsorge von der Richtlinie auszunehmen und damit den Mitgliedstaaten die Möglichkeit zu geben, unter anderem die Wasserversorgung nicht zu erfassen. Die Chancen, dass dies morgen auch im federführenden Binnenmarkt- und Verbraucherschutzausschuss gelingen wird, stehen allerdings schlecht. Zudem tritt auch die deutsche Bundesregierung in den Verhandlungen zwischen den Mitgliedstaaten massiv für dieses neue EU-Gesetz ein. In einem an den Bundesvorsitzenden von ver.di gerichteten Brief begrüßt Bundeskanzlerin Angela Merkel ausdrücklich den Vorstoß für eine solche Gesetzgebung.

Deshalb rufe ich Euch auf, mich und andere deutsche Kolleginnen und Kollegen im Europaparlament in unserem parteiübergreifenden parlamentarischen Kampf gegen eine solche Gesetzgebung flankierend zu unterstützen. Als einer der ersten habe ich bereits vor Monaten die europäische Bürgerinitiative "Wasser ist ein Menschenrecht" auf www.right2water.eu/de unterzeichnet. Sie fordert u. a., dass die Versorgung mit Trinkwasser und die Bewirtschaftung der Wasserressourcen nicht den Binnenmarktregeln unterworfen werden darf und die Wasserwirtschaft von der Liberalisierungsagenda auszuschließen ist. Setzt auch Ihr ein Zeichen und unterschreibt diese Bürgerinitiative! Wenn wir 1. Million Stimmen aus ganz Europa zusammenbekommen, ist die Europäische Kommission verpflichtet, dieses Thema neu auf die Tagesordnung zu setzen und kann dabei die Bedenken unzähliger EU-Bürger nicht einfach vom Tisch wischen.

Ich zähle auf Eure Unterstützung! Wasser ist ein öffentliches Gut und keine beliebige Handelsware - das müssen und werden wir manchem in Europa und insbesondere auch der deutschen Bundeskanzlerin unmissverständlich"

 
 

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