Auto, Auto über alles

Veröffentlicht am 10.10.2018 in Kommunalpolitik

Wenn ich so zurückblicke auf die Gemeindepolitik dieses Jahres, dann sind es drei Dinge, die für den meisten Ärger und die meiste Arbeit gesorgt haben: Das ist die Parksituation im Kernort, die B31 West und so manches größeres Bauprojekt im Ortskern. Bei den ersten beiden Punkten ist die Ursache eindeutig – es geht um Verkehr. Besser: Es geht um Autos. Auch der letzte Punkt hat damit zu tun, denn auch hier ist die größte Sorge einer starken Nachverdichtung, dass die geparkten Autos der neuen Bewohner die Umgebung verstopfen. Es gibt selbstverständlich noch andere Gründe gegen solche Projekte, aber die Parksituation steht auf dieser Liste weit oben.

Ich fasse also zusammen: Ein Hauptproblem im Dorf sind die Blechkarren.

Was kann die Politik, zumal die Kommunalpolitik, dagegen tun? Wenig bis gar nichts. Wir können den Menschen schließlich nicht vorschreiben, wie viele Autos sie so besitzen dürfen. Wir dürfen Ihnen ja noch nicht einmal große Vorschriften darin machen, wo die Dinger abgestellt werden dürfen oder müssen.

Mit anderen Worten: Es ist ein gesellschaftliches Problem und wir brauchen ein Umdenken.

In den Städten ist ein Umdenken bereits zu erkennen. In Peking kostet das Nummernschild so viel wie das Auto, in London muss für den Innenstadtbereich Maut gezahlt werden, in Hamburg besitzen nur noch 40% der Haushalte überhaupt ein Auto – kein Wunder, der ÖPNV ist exzellent ausgebaut und Parken ist sehr teuer. In vielen Städten – so auch in Freiburg – werden Fahrradstraßen und -schnellwege gebaut.

Auf dem Land ist davon noch wenig bis gar nichts zu erkennen. So wird auch bei den Kommunalwahlen im nächsten Jahr niemand über echte Verbesserungen im ÖPNV oder über Car Sharing reden (wollen). Die Politiker nicht und die Wähler auch nicht.

Ich bin kein Autofeind, ich fahre zwar vergleichsweise wenig, aber ich fahre (meistens) gerne Auto und genieße die damit verbundene Mobilität. Die hat aber offensichtlich ihre Grenzen und die bekommen wir gerade aufgezeigt. Deshalb möchte ich verstehen, warum wir uns diesen Kisten so unterwerfen, ganz klar unter den Folgen leiden und einfach an den Symptomen rumdoktern statt an die Ursachen zu gehen.

Oswald Prucker

Was meint ihr dazu? Schreibt mir unter prucker@spd-merdingen.de oder ruft mich an unter 0173 703 2559. Diese Nummer geht auch für WhatsApp.

 
 

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