Ihringer Kirchturmpolitik gegen Solartestfeld

Veröffentlicht am 04.03.2020 in Kommunalpolitik

Die Gemeinde Merdingen plant zusammen mit dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ein Testfeld für Solaranlagen auf einem Gelände hinter dem Merdinger Sportzentrum. Dieses energiepolitisch und wissenschaftlich äußerst sinnvolle Ansinnen droht jetzt an einer bornierten Kirchturmpolitik der Nachbargemeinde zu scheitern.

Der Ihringer Gemeinderat lehnte die für das Testfeld leider nötige Änderung des Flächennutzungsplans „vorerst“ ab, weil eine kleine Ecke des Feldes ein Planungsfeld einer B31-Südvariante tangiert (im Bild grün) und die Trasse der unwahrscheinlichen Tunibergvariante (orange) durchschneidet. Großzügig wird uns eine spätere Zustimmung in Aussicht gestellt, sobald die Streckenführung der Bundesstraße feststeht.

Wir kritisieren diesen Beschluss des Ihringer Gemeinderats gegen das Solartestfeld am Merdinger Sportzentrum aufs Schärfste. Es ist offensichtlich, dass das Gremium eine wichtige Forschungseinrichtung durch eine äußerst kleinkarierte Kirchturmpolitik torpediert und möglicherweise sogar verhindert. Es ist genau diese politische Kleinkrämerei, die wichtige Projekte in Deutschland immer wieder so in die Länge zieht, dass sie irgendwann scheitern. Die Geduld des Fraunhofer ISE wird endlich sein.

Dass es anders geht, hat die Gemeinde Merdingen in der jüngeren Vergangenheit bewiesen. Da haben wir für den Radweg von Wasenweiler zur Gottenheimer Straße Gemeindeflächen bereitgestellt, obwohl dieser Radweg die Nordvariante komplett durchschneidet und verkehrspolitisch bei sehr hohen Kosten wenig bewirkt.

Vor diesem Hintergrund ist es absolut unfassbar, wenn ein Ihringer Rat das Testfeld als „Kuckucksei“ bezeichnet. Das kann ich nur als Beleidigung werten.

Oswald Prucker

 
 

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