Juhu! Das Ratsinformationssystem kommt

Veröffentlicht am 30.03.2021 in Kommunalpolitik

Im Bild die Unterlagen der letzten Gemeinderatssitzung. Ich hab’s gewogen: Gut fünf Viertel Kilogramm Papier, meist beidseitig bedruckt und damit noch nicht mal als Schmierzettel verwendbar. Ich gebe zu, so viel ist es selten und es liegt dieses Mal nur daran, dass wir gleich drei Bebauungspläne bzw. ähnliches hatten. Trotzdem: Gemeinderatsarbeit bewegt manchmal vielleicht nicht viel, in jedem Fall aber viel Papier. Ein digitales Ratsinformationssystem schafft da Abhilfe, aber das ist nicht einmal der einzige oder wichtigste Vorteil.

Am wichtigsten ist nach meiner Meinung die Arbeitsersparnis bei der Verwaltung: Das ganze Papier musste bislang gedruckt oder kopiert, dann sortiert und zum Teil geheftet, eingetütet und verteilt werden. Das gleiche dann nochmal für den E-Mail-Versand an die Gemeinderäte. Auch da heißt es wieder, alle Dateien zusammenstellen und geschickt so auf zwei bis drei Mails verteilen, dass die nicht zu groß wurden. Und dann wollten die öffentlichen Unterlagen ja auch noch auf die Webseite gestellt werden, da auch interessierte Bürger:innen ein Anrecht auf Einsicht haben.

Ein guter Teil davon fällt jetzt weg, denn die jeweiligen Dokumente müssen nur noch in den entsprechenden Ordner des Infosystems sortiert werden. Auch das bedarf einer gewissen Sorgfalt, aber halt nicht mehrfach. Die Jongliererei mit Papier und pdf fällt weg.

Die Unterlagen werden mit diesem System auch nicht nur den Rät:innen zur Verfügung gestellt, sondern auch gleich den Bürger:innen. Je nach Rechten wird dieses oder jenes freigeschaltet. Der Name Ratsinformationsystem ist deshalb auch etwas irreführend, denn jede:r bekommt die Informationen, die vorgesehen sind. Das Bildschirmfoto zeigt die öffentliche Ansicht der Unterlagen für die letzte Kreistagssitzung. Wenn ich mich als Rat links unten anmelde, dann sehe ich auch die Unterlagen des nicht-öffentlichen Teils der Sitzung.

Und schließlich erleichtert das System auch die Arbeit im Gremium, denn die Unterlagen sind durchsuchbar. Diesem in der Vorbereitung der Sitzung so oft genannten „Da haben wir doch vor ein paar Jahren mal drüber diskutiert und was entschieden“ kann dann nachgegangen werden. Es ist deshalb sehr lobenswert, dass die Verwaltung auch ältere Unterlagen einstellen will. Das ist natürlich neben der Lernkurve bei der Bedienung schon ein großer Aufwand vorab. Wir werden sehen, wie gut das gelingt und ich bin da mit allem zufrieden, was ich kriegen kann.

Fazit: Ja, das System ist teuer und hat sicher auf allen Seiten eine gewisse Lernkurve, aber Arbeitsmittel, die genutzt werden sind ihr Geld meistens wert. Ob das ein Fahrzeug für den Bauhof ist oder dieses digitale Werkzeug. Ich freue mich drauf und kann auf diese Papierberge gerne verzichten.

Oswald Prucker

 
 

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