Verbesserungen im Nahverkehr wichtiger als Kostenfrage

Veröffentlicht am 04.03.2018 in Kommunalpolitik

Nun geisterte ja die Forderung nach einem kostenlosen ÖPNV durch die Medien. Hintergrund war ein halbherziger Versuch der Bundesregierung in Brüssel gut Wetter zu machen, weil das mit den Abgasgrenzwerten nicht klappt. Der Kreisverband hat das genutzt und eine Online-Umfrage zu diesem Thema durchgeführt. Die Auswertung dazu ist auf der Webseite des Kreisverbandes veröffentlicht.

Am meisten Zustimmung fand dabei nicht die Forderung nach einem kostenlosen Ticket. Viel öfter wurde ein Ausbau und die Verbesserung des jetzigen ÖPNVs angeklickt. In vielen Kommentaren dazu liest man Sätze, die auch aus Merdingen kommen könnten: Was nutzt mir der Bus in die Stadt, wenn ich Abends nicht mehr zurück komme und ähnliche Aussagen. Vergleicht man die Fahrpläne (siehe Grafik) unserer Linie 31 zum Beispiel mit der Breisgau-S-Bahn, dann findet man diese Aussage bestätigt. Unter der Woche wird Merdingen gar nicht so viel seltener vom Tuniberg-Express angefahren, wie es S-Bahn-Halte in Wasenweiler gibt. Die fehlenden Stopps fallen aber gerade in die Abend- und Nachtstunden.

Da sollte dringend nachgebessert werden und das geht bestimmt nur mit Geld, d.h. mit Subventionen. Darüber habe ich bereits vor Jahren bei einem Besuch mit Gernot Erler beim Tuniberg-Express unterhalten und Jürgen Karle hat uns damals sehr genau erläutert, was ein Problem für alle Orte ohne Schienenanschluss ist: Die Fördermittel gehen einfach fast ausschließlich in den Ausbau des Schienenverkehrs.

Siehe derzeit Breisgau-S-Bahn. Das ist ja auch in Ordnung, denn damit werden einfach sehr viele Menschen hin und her gekarrt. Andererseits bedient der Bus die weite Fläche. Ich denke, es ist an der Zeit, dass nachjustiert wird. Der ÖPNV lebt nun mal von einem attraktiven Angebot und davon haben dann sogar die Autofahrer was, denn es hat weniger Stau auf dem Zubringer und in der Stadt.

Nachjustieren ist angesagt. Es muss mehr Geld für die Busverbindungen geben.

Man kann aber auch noch weiter in die Zukunft denken. Dazu muss ich das Modewort Digitalisierung strapazieren und mehr noch das Reizthema autonom fahrende Autos. Die ersten selbständig fahrenden Fahrzeuge werden keine Privatautos sein, sondern Lastwagen und Busse. Dazu gibt es bereits erste Versuche in München, wo Zubringerbusse zum Flughafen getestet werden. Wäre das nicht eine Chance für bessere Busverbindungen? Ich denke schon. Aber ein Selbstläufer ist das nicht, denn es ist per se nicht klar, dass ein selbstfahrender Bus tatsächlich um die Personalkosten günstiger ist. Darauf müssten wir aber hinarbeiten.

Oswald Prucker

 
 

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