Reaktionen zum Fußgänger*innen-Rundgang

Veröffentlicht am 21.03.2021 in Kommunalpolitik

Unser Beitrag im Gemeinde-Ratsam und auf dieser Webseite zur Situation der Fußgänger*innen hat zu einigen Reaktionen geführt, die ich nun etwas zusammenfassen will. Ich hoffe sehr, dass ich dabei nichts vergessen oder falsch verstanden habe und bitte gegebenenfalls um Rückmeldung. Dann kann ich das noch mit aufnehmen.

Zunächst gab es auch kritische Stimmen zu unserer Aktion und zur allgemeinen Forderung nach mehr Verkehrsraum für Fußgänger*innen. Dazu als Hinweis: Wir unterstellen natürlich nicht allen Autofahrer*innen Rücksichtslosigkeit. Die absolute Mehrzahl der Autofahrer*innen im Dorf ist selbstverständlich mit der gebotenen Rücksicht unterwegs. Um die geht’s auch nicht.

Manche haben aber wohl doch mehr Benzin im Blut als im Tank und das muss man auch ansprechen dürfen. Mir erzählten bereits Mütter, wie Autos wenn’s eng wird, sehr rücksichtslos halb auf dem Gehsteig weiterfahren ohne überhaupt zu bedenken, dass da vielleicht ein Kind aus dem Hoftor kommen könnte. Außerdem geht es nicht nur um Rücksichtslosigkeit. Jede*r ist im Straßenverkehr auch mal unaufmerksam und wenn das dann eine Fußgänger*in trifft, dann kann das schnell sehr böse enden.

Ganz vorrangig ging es uns einfach darum, Schwachstellen zu erkennen und zwar besonders die, die sich vielleicht sogar auflösen lassen.

Verschiedentlich wurden Probleme mit dem Rollstuhl angezeigt. Schwierig wäre es beim Friedhof, wo dauerparkende Lieferwagen umkurvt werden müssen, und bei der Tunibergpraxis an der Langgasse, wo der Gehsteig zu hoch ist und ein Überquerungshilfe fehlt. Eine fehlende Überquerungshilfe (zum Beispiel Zebrastreifen oder Fußgängerampel) wurde auch weiter oben gefordert, d.h. im Bereich Kirche bis Stockbrunnen.

Das ist ein Evergreen. Ich kann versichern, dass die berühmt-berüchtigte „Untere Verkehrsbehörde“ am Landratsamt da weiter blockt. Ein befreundeter Kommunalpolitiker hat mir dazu mal geraten, eine Unterschriftensammlung zu organisieren, dann würd’s klappen. Eine solche Aktion, die ich sehr gut fände, müsste dann aber aus der Mitte der Bevölkerung kommen und mit "kreativen, flankierenden Maßnahmen" bekräftigt werden.

Entlang der Langgasse gab es verschiedentlich Hinweise zu Stellen, an den eine Bordsteinabsenkung für Kinderwagen, Dreiradfahrer*innen und Rollstühle angezeigt wären: so an der Ecke Wolfshöhle Richtung Dorf und an der Abzweigung Richtung Hinterhofen. Den Bordstein bei der Arztpraxis habe ich schon erwähnt.

Die Verlängerung der Sellingerstraße Richtung Gewerbegebiet/Sportzentrum wurde ebenso als gefährlich genannt. An dieser Stelle mahnen wir seit Jahren immer wieder Verbesserungen an, aber bis auf Lichtmasten vor rund neun Jahren ist da noch nix verbessert worden, wir haben dafür noch keine Mehrheit im Rat gefunden. Vielleicht kommt jetzt ja Bewegung rein. Wir müssen aber aufpassen – und auch darauf wurde richtigerweise hingewiesen – dass dadurch keine Rennstrecke entsteht.

Schwierig ist die Situation auch auf den Nebenstraßen im alten Dorfkern. Hier sind es meist die geparkten Autos, die den Verkehrsraum stark verengen und so zu gefährlichen Situationen führen. Bei unserem Rundgang haben wir das in der Kirchgasse gleich an der Kirche thematisiert. Gleiches gilt aber auch an anderen Stellen und dabei vor allem in der Rittgasse auf dem ersten engen und kurvigen Stück ab dem Löschgraben bis zum alten Raiffeisenlager.

Die verschiedentlich angeregten Gehsteigabsenkungen sind vermutlich nicht direkt umsetzbar,  wir werden sie uns merken und zur Sprache bringen, falls Sanierungen in der Langgasse anstehen. Manche Stellen sind da nicht mehr so dolle, das wird also nicht ewig auf sich warten lassen. Zu den Überquerungshilfen habe ich weiter oben schon sachdienlichen Hinweise gegeben. Bei der Straße raus zum Gewerbegebiet/Sportzentrum könnte es Bewegung geben, da müssen wir uns jetzt noch etwas gedulden und für die engen Gassen ist guter Rat leider teuer – ein gordischer Knoten ist wohl nix dagegen.

Die bereits angesprochene Situation für Rollstuhlfahrer*innen oder Menschen mit Rollator wollen wir bei einem eigenen Rundgang weiter vertiefen [aber erst wenn’s wärmer ist ;-)].

Oswald Prucker

 
 

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