Vor-Ort-Tag mit Christoph Bayer

Veröffentlicht am 16.07.2012 in Kommunalpolitik

Einen ganzen Tag nahm sich Christoph Bayer - unser Mann im Stuttgarter Parlament - am letzten Freitag für unser Dorf Zeit. Ein Tag mit vielen Eindrücken aus den Entwicklungen in Schule und Kindergarten, dem in Bau befindlichen Katharina-Mathis-Stift, dem Stopp zur Planung der B31 und vielen weiteren Themen.

Begleitet wurde Christoph Bayer von den Merdinger Gemeinderäten der SPD-Offenen Liste, Oswald Prucker, Reiner Hug und Mathias Schnurr. Erste Station war die Schule, in der die Truppe von Schulleiterin Johanna Mitternacht und dem Schulchor mit einem kleinen musikalischen Willkommensgruß empfangen wurden. Besser kann so ein Tag gar nicht beginnen. Das beherrschende Thema des Besuchs war natürlich das seit Jahren praktizierte pädagogische Konzept, das den Frontalunterricht auflöst und individuelles Lernen in den Vordergrund stellt. Entlang von Kompetenzrastern und Lernspuren und mit Hilfe von umfangreichen Materialien lernt jedes Kind mit seinen eigenen Tempo. Es war schon beeindruckend, wie man die Kinder alleine oder in Gruppen arbeiten sah und es war keinesfalls laut in den Lernzentren ... Klassenzimmer im engeren Sinne gibt es nicht mehr. Beeindruckend ist auch die räumliche Ausstattung der Schule mit vielen Sonderräumen von Küche bis Labor. Als Bildungspolitiker war Christoph Bayer begeistert und sprach von einer Vorzeigeschule.

Vor-Ort-Tag mit Christoph Bayer
Johanna Mitternacht erklärt Lernmaterial in der Schule.

Ein ganz ähnliches Bild bot sich im Kindergarten, der zusammen mit der Schule Teil des Merdinger Bildungshauses Klick ist. Das teiloffene Konzept, das ähnlich wie in der Schule Sonderecken vom Zahlenland bis zum Forscherlabor anbietet, lässt den Kleinen einerseits Spielraum, bietet über die noch vorhandene Gruppenstruktur aber auch den notwendigen Rahmen der den Kindern Halt gibt. In der Gruppenstruktur zeigt sich, dass Eltern ein immer differenzierteres Angebot benötigen und so gibt es Regelgruppen, Gruppen mit verlängerter Öffnungszeit, Ganztagesgruppen mit warmen Mittagessen und eine Kleinkindgruppe.

Vor-Ort-Tag mit Christoph Bayer
Christoph im Zahlenland.

Der „Neubau“ wird gerade ausgebaut, es wird einen Bewegungsraum für den Kindergarten geben und im Dachgeschoß wird eine Spielgruppe für die ganz Kleinen ab einem Jahr unterkommen.

Der Besuch bei Bürgermeister Escher war zunächst vom Thema Katharina-Mathis-Stift und dem für die Tagesgruppe unterm Dach gegründeten Bürgerverein geprägt. Escher erläuterte die Geschichte des sich im Bau befindlichen Hauses und wies auf die großzügige Spende der Paul-Mathis-Stiftung hin, die das Unterfangen erst ermöglicht. Das Konzept orientiert sich an ähnlichen Einrichtungen zum Beispiel in Eichstetten, sieht aber eine Trägerschaft durch den Caritasverband und eine Einbindung von Pflegediensten. Der Anteil der ehrenamtlichen Betreuer aus dem Bürgerverein ist einerseits wichtig, darf aber andererseits nicht zu einer Überforderung der Helfer führen. Eine Balance ist hier schwierig. Natürlich durfte das Thema Planungsstopp bei der B31 West nicht fehlen. Christoph Bayer machte deutlich, dass er mit der Entscheidung des grünen Verkehrsministerium nicht einverstanden ist, wies aber auch daraufhin, dass der Konflikt zwischen Merdingen und Ihringen um den Trassenverlauf den Bau ohnehin verhindert hätte: Die Straße ist schon seit einiger Zeit nicht mehr im vordinglichen Bedarf des Bundes. Ein letztes Thema war die Nutzung der Windkraft. Hier zeigte sich, dass die Meinungen zwischen Bürgermeister Escher und uns doch recht weit auseinander liegen. Wo wir den Ausbau der Windenergie klar unterstützen sieht Bürgermeister Escher eher den in seinen Augen sehr negativen landschaftsprägenden Charakter der Windräder.

Vor-Ort-Tag mit Christoph Bayer
Schön auf die Finger aufpassen.

Das Gespräch mit den Gewerbetreibenden brachte natürlich wieder das Thema B31. Unternehmen mit hohem Verkehrsaufkommen dringen sehr auf eine bessere Verkehrsanbindung. Allen voran Peter Baldinger. Ein weiterer Punkt sind die sehr hohen bürokratischen Hürden bei Bau oder Erweiterung. Unisono beklagten sich hier Ilona Schächtele und der Metallbauer Thomas Kempf, die beide gerade Flächen im erweiterten Gewerbegebiet bebauen. Wie schwierig schon das Anbringen von ein paar Wegweisern zur Gaststätte ist, erläuterte Kilian Weber vom Cafe Dialekt (mit dem besten Dank für die angenehme Atmosphäre und tolle Bewirtung).

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Mit den Gewerbetreibenden und den Vereinsvertretern.

Zum Abschluss traf sich Christoph Bayer noch mit Vertretern der Merdinger Vereine und des Pfarrgemeinderates. Themen waren da natürlich der demografische Wandel, den auch die Vereine spüren und die immer weitergreifende Zusammenschließung der Pfarreien zu immer größeren Seelsorgeeinheiten.

Ein langer Tag mit vielen Eindrücken, die zwar einerseits die typischen Entwicklungen des ländlichen Raumes widerspiegeln, aber dann doch auch ein paar speziell Merdingerische Besonderheiten zeigen.

Oswald Prucker

 
 

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